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"Ein kluges Unternehmen lässt seine Kunden Teil der Erfolgsgeschichte werden"

“Ein kluges Unternehmen lässt seine Kunden Teil der Erfolgsgeschichte werden”


| Tobias Seifried 

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06.02.2024

Sonja Wallner, CFO A1 Österreich & Group und Andreas Jäger, Meteorologe und Moderator, sprechen im LEADERSNET-Interview über Nachhaltigkeit, wie man Mitarbeiter:innen dafür begeistern kann, welche Projekte im Unternehmen aktuell umgesetzt werden und wo es noch Nachholbedarf gibt. Weiters erklärt der Klimaexperte, warum der Zug in Sachen Klimawendel noch nicht abgefahren ist.

LEADERSNET: Sehr geehrte Frau Wallner, das Thema Nachhaltigkeit ist bei Unternehmen heutzutage aus mehreren Gründen nicht mehr wegzudenken. Welche Rolle nimmt es bei A1 ein?

Sonja Wallner: Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig. Wir haben sie daher auch seit mehreren Jahren in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unser Claim “Verantwortung für die Zukunft” zeigt, dass wir bereit sind Verantwortung zu übernehmen – für die Umwelt, für die Menschen und für Österreich. Ich mag das Wort Verantwortung auch deshalb so gerne, denn es steckt ja auch das wichtige Wort “Antwort” drinnen. Wir sind davon überzeugt: Nur wer Verantwortung übernimmt, kann Antworten auf die Fragen der Zukunft geben. Und weil es unser aller gemeinschaftliche Verantwortung ist, zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen, werden wir den dabei eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen.

LEADERSNET: Wie macht sich der Umweltgedanke bei A1 intern bemerkbar? Gibt es spezielle Projekte wie zum Beispiel eine eigene Stromproduktion, einen bedachten Umgang mit Ressourcen, Recyclingprogramme, etc.?

Wallner: Wir verfolgen ambitionierte Ziele im Rahmen unserer Strategieumsetzung durch mehrjährige Umweltprogramme. Die Maßnahmen reichen dabei u.a. von der Reduktion des Energie- sowie Rohstoffbedarfs über fachgerechtes Recycling bis hin zu aktiver Bewusstseinsbildung. Der Haupttreiber des Klimawandels und der Erderwärmung sind die vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen, insbesondere CO2. Durch die Digitalisierung können Ressourcen eingespart werden, u.a. weil durch Video-Konferenzen bzw. mit neuen Collaboration-Tools Dienstreisen massiv eingespart werden können oder weil neue Programme bzw. Apps die Drucker in den Büros nach und nach ersetzen und damit Papierverbrauch reduzieren.

Auf der anderen Seite steigt durch den Ausbau einer immer leistungsfähigeren Infrastruktur und die Nutzung digitaler Technologien der Bedarf an Energie und Ressourcen. Daher gilt es Maßnahmen zu setzen, damit einem Mehr an Daten nicht in gleichem Maße ein Mehr an Energiebedarf und CO2-Emissionen einhergeht. Bei A1 entstehen CO2-Emissionen primär aufgrund des Strombedarfs für den Betrieb der Netzinfrastruktur, des Fuhrparks aber auch zu einem geringen Teil durch die Klimatisierung von Büros. Den Strom beziehen wir dabei aus erneuerbaren Quellen. Zum Management der Emissionen setzen wir uns mit einem Umweltprogramm für den Zeitraum 2022 bis 2025 ehrgeizige Umweltziele, um damit einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz in Österreich zu leisten. Zu diesen selbst auferlegten Vorgaben zählen etwa der Ausbau der Photovoltaikanlagen oder die Steigerung der recycelten und refurbishten Endgeräte.

LEADERSNET: Was macht A1, um seine Mitarbeiter:innen für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern bzw. zu motivieren?

Wallner: Wir fördern das umweltbewusste Denken und Handeln der Mitarbeiter:innen, und unser Team fordert das auch ein von uns. Es macht mich schon sehr stolz, wie engagiert und eigeninitativ das A1 Team hier mitmacht. So gibt es in unserem unternehmensinternen Social Media Tool eine eigene ESG-Gruppe, in der Kolleg:innen Tipps Umwelt- und Klimaschutz-Tipps posten oder auch Fachartikel sharen. Ich lese das selber sehr oft und gerne, weil ich viel Neues dadurch lerne. Und natürlich arbeiten gemeinsam mit ihnen an Umweltprojekten. Ihre Meinung und ihre Anregungen sind uns dabei sehr wichtig.

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Hier möchte ich kurz einige ganz unterschiedliche Programme aus unserem ESG-Programm vorstellen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Dank der Kooperation mit unserem Kantinenbetreiber Gourmet und Vytal haben wir in der Kantine in unserem Headquarter wiederverwendbare Kaffeebecher im Einsatz. Allein 2023 konnten damit schon mehr als 100.000 Einwegbecher eingespart werden!
  • 2022 haben wir für die rund 6.600 Mitarbeiter:innen von A1 Österreich ein umfangreiches ESG-Ausbildungsangebot mit dem Titel “Every Job is a Climate Job” entwickelt. Die anwendungsorientierten Klimaschutz-Kompetenzen sollen dazu beitragen, dass Maßnahmen im Unternehmen schnell, gezielt und direkt umgesetzt werden können und einen deutlich erkenn- und spürbaren Impact für das Unternehmen, das A1 Team, die Kund:innen, aber vor allem für die Gesellschaft und die Umwelt erzeugen.
  • Als österreichischer Leitbetrieb wissen wir um unsere Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber. Sie gehört zu unserem Nachhaltigkeits-Commitment ebenso dazu wie der Umweltschutz. Daher bieten wir seit diesem Jahr unserem Team die Möglichkeit, in Rahmen unseres Corporate Volunteering Programms ehrenamtlich einen Arbeitstag lang eine gemeinnützige Organisation zu unterstützen. 2023 haben schon etliche Mitarbeiter:innen, meistens als Team, diese Möglichkeit genutzt. Diese Resonanz und die Feedbacks zeigen uns, dass wir mit diesem Angebot offensichtlich genau die richtige Maßnahme gewählt haben.
  • Den Kundendienst-Kolleg:innen stehen bereits knapp 200 Elektroautos zur Verfügung. Somit kommt das A1 Internet – salopp formuliert – emissionsfrei zu den Kunden. Fahrtrainings und Routenoptimierung tragen zudem zur CO2 Reduktion bei, und wir rüsten insgesamt unseren Fuhrpark sukzessive um auf E-Autos.

LEADERSNET: In welcher Form können Kund:innen vom ESG-Engagement von A1 profitieren?

Wallner: Unter dem Motto “Less paper, more responsibility” haben wir zum Beispiel die Kaufbelege in allen A1 Shops digitalisiert. Gemeinsam mit unserem A1 Start-up Mitglied warrify nehmen wir damit eine absolute Pionier-Position in der gesamten europäischen Telekommunikationsbranche ein. Lange Rechnungen, die schnell verblassen, Geldbörsen, die vor Rechnungsausdrucken überquellen und eine unübersichtliche Zettelwirtschaft waren gestern. In unseren A1 Shops erhalten die Kund:innen ihren digitalen Rechnungsbeleg, den sie ganz einfach in der warrify WebApp verwalten und jederzeit abfragen können, und 80 Prozent der A1 Kund:innen erhalten ihre Rechnungen bereits online.

In allen unseren Shops können die Kund:innen darüber hinaus auch nicht mehr benötigte Modems etc. zurückgeben. Jedes zurückgewonnene, funktionsfähige und den aktuellen technischen Stand entsprechende Gerät wird dann wiedereingesetzt: Defekte oder retournierte Modems und Mediaboxen werden gründlich auf ihre technische Funktionalität geprüft, gegebenenfalls repariert oder erneuert und gereinigt. Im Jahr 2022 konnten auf diese Weise mehr als 100.000 Mediaboxen und Modems für den Wiedereinsatz und eine erneute Nutzung zurückgeholt werden.

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Und wir setzen auch nachhaltige Verpackungen ein. Seit 2021 verwenden wir recyclingfähige Kartons ohne zusätzliche Behandlung und Färbung. Dank eines ausgeklügelten Faltsystems kann zudem auf Klebstoff verzichtet werden. Darüber hinaus reduzieren wir auch das Plastik bei den Verpackungen.

Als größter heimischer Telekommunikations- und IT-Anbieter gestalten wir auch die Zukunft Österreichs als attraktiven Wirtschaftsstandort mit. Davon profitieren unsere Geschäftskunden, denn wir fokussieren uns nicht nur auf eine resiliente und sichere Infrastruktur sondern auch auf nachhaltige Produkte und Services. Mit “A1 Device as a Service (A1 DaaS)” mieten unsere Businesskunden z.B. Smartphones und Tablets inklusive umfangreicher Services. Damit werden hohe Investitionskosten reduziert und gleichzeitig die Planungssicherheit erhöht. Und wir unterstützen so auch die nachhaltigen Aktivitäten unserer Geschäftskunden im Sinne der Kreislaufwirtschaft, denn am Ende der Nutzungsdauer werden die Geräte verwertet, recycelt oder wiederaufbereitet und leisten so einen positiven Beitrag zur Umweltbilanz!

LEADERSNET: Viele Firmen haben sich an die Fahnen geheftet, in einigen Jahren völlig CO2-neutral zu arbeiten. Wann soll das bei A1 soweit sein und welche weiteren Maßnahmen/Innovationen sind dafür geplant/notwendig?

Wallner: Seit 2014 betreiben wir das A1 Netz mit Grünstrom. Doch wir gehen einen Schritt weiter und verpflichten uns zur Erreichung der Netto Null. Dafür senken wir unsere direkten und kontrollierten Emission bis 2030 um 90 Prozent (vs. 2019), setzen zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien ein und stellen unsere gesamte Fahrzeugflotte auf Elektromobilität um.

Die A1 Group hat sich zudem im Rahmen des Digital Day 2021 der EU mit der Unterschrift der “Declaration of the European Green Digital Coalition Members” (EGDC) auch international zu nachhaltigen ESG-Zielen bekannt.

LEADERSNET: Sehr geehrter Herr Jäger, Sie gelten als ausgewiesener Klimaexperte und verfolgen als Meteorologe den Klimawandel bereits seit vielen Jahren. Glauben Sie, dass der Zug bereits abgefahren ist, oder wir als Gesellschaft das Ruder doch noch herumreißen können?

Andreas Jäger: Wir haben es eilig, aber es ist auf keinen Fall zu spät! In China zum Beispiel, zeigen die vielen Milliarden für PV und Windenergie schon Wirkung. Der Ölverbrauch könnte kommendes Jahr zu ersten Mal seit vielen Jahrzehnten sinken. Die Chines:innen scheinen Peak-Oil erreicht zu haben. Das ist ein geschichtsträchtiger Moment, der gut tut.

LEADERSNET: Wie wichtig ist es, dass sich Unternehmen für die Umwelt und deren Schutz einsetzen, um die von vielen prophezeite Klimakatastrophe doch noch abzuwenden?

Jäger: Alle müssen ihr Scherflein beitragen. Und wenn große Namen wie A1, zu denen man aufsieht, vorangehen, dann macht das Mut. Wir brauchen soziale Kippeffekte wie bei Photovoltaik. Auf einmal will jede:r eine PV-Anlage am Dach.

LEADERSNET: Welche Möglichkeiten und auch Pflichten haben Ihrer Meinung nach Unternehmen in puncto Klimaschutz?

Jäger: Jedes größere Unternehmen wirkt von Natur aus über sich hinaus und kann ungemein gesund auf die Natur, die Mitarbeiter:innen und die Gesellschaft wirken. Um das begrifflich zu greifen hat man ESG erfunden. Jedes Unternehmen hat also Macht und damit auch eine große Verantwortung.

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LEADERSNET: Wie beurteilen Sie die bisherigen Aktivitäten von A1 in Sachen Nachhaltigkeit?

Jäger: Was ich sehe, ist, dass in der firmeninternen Bewusstseinsbildung konkrete und konsequente Schritte gesetzt wurden. Das ist genau der richtige Weg. Die Veränderung kann nur in den Köpfen und dann in den Abläufen intern beginnen. Das Vorbild-sein nach außen ist dann der nächste Schritt – und dann besteht auch keine Gefahr von Greenwashing.

LEADERSNET: Wo sehen Sie bei dem Unternehmen den größten Handlungsbedarf bzw. das größte Potenzial, um den Klimaschutz noch stärker voranzutreiben?

Jäger: Das Potenzial ist gewaltig und keine Hexerei: Tue Gutes und sprich darüber. Ein kluges Unternehmen nimmt – auf dem langen Weg zum “grünen” Unternehmen – seine Kund:innen mit und lässt sie Teil der Erfolgsgeschichte werden. Ein kluges Unternehmen weiß, was seine Kund:innen wollen – und was sie brauchen, aber oft vergessen: Ein schöneres Leben, das nachhaltiger und gerechter ist!

www.a1.net

www.andreasjaeger.at



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